Schreibabys – Neue Erkenntnisse und was Eltern tun können

Veröffentlicht am von Nancy
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Schreibabys wird immer mehr zu einem Thema, mit dem sich auch gerade werdende Eltern beschäftigen. Sicherlich stellt sich fast jede Mama irgendwann einmal die Frage, ob ihr Kind ein Schreibaby ist und ob das viele Schreien noch normal ist oder ob dem Kind etwas ernsthaftes fehlt. Auch ich habe mich das damals als frisch gebackene Mama gefragt. Man sucht dabei natürlich nach dem Grund, warum das Kind soviel schreit.  Mittlerweile gibt es viele neue Erkenntnisse über Schreibabys und auch Möglichkeiten, die Eltern in Anspruch nehmen können. Dabei haben Forscher nun neue Erkenntnisse über Schreibabys, woran es liegt, dass manche Kinder mehr schreien wie andere. In diesem Artikel über Schreibabys informieren wir darüber, ob Ihr Kind ein Schreibaby sein könnte, was man als Eltern tun kann und wo man sich am besten Hilfe holen kann

Schreibabys Übersicht:

Ist mein Baby ein Schreibaby?
Schreikinder Ursachen
Schreibabys beruhigen
Schreibaby was tun?
Wo finde ich eine Schreiambulanz?
Was können Eltern tun

Ist mein Baby ein Schreibaby?

Als Eltern hat man natürlich schnell das Gefühl, dass das eigene Kind besonders viel schreit. In der Regel sind aber nur jedes siebte bis zehnte Kind Schreibabys bzw. schreit deutlich mehr als andere Kinder im gleichen Alter. Ob das eigene Baby ein Schreibaby ist, kann man auch selbst herausfinden. Dafür gibt es eine einfache Dreier-Regel für Schreibabys. Schreit das Kind mehr als drei Stunden am Tag? Sind diese Schreitage mehr als drei Tage in der Woche? Streckt sich dieser Prozess über mehr als drei Wochen? Wenn man diese Fragen sicher mit ja beantworten kann, dann ist das eigene Baby höchst wahrscheinlich ein Schreibaby. Typisch für Schreibabys ist auch, dass die Kinder sich nicht beruhigen lassen und häufig zu festen Zeiten schreien. Meist ist diese Zeit für Schreibabys am Abend erreicht und kann auch bis in die Nacht hinein andauern.

Schreikinder Ursachen

Bisher ging man davon aus, dass die Schreiattacken bei Schreibabys häufig von Drei Monats Koliken ausgelöst werden. Die Schreikinder können natürlich noch nicht zum Ausdruck bringen, was sie bedrückt. Jedoch weiß man heute, dass es nicht die Drei Monats Koliken sind, die die Schreiattacken bei Schreibabys uslösen. Bei den Drei Monats Koliken haben die Kinder Probleme mit der Verdauung. Eltern wechseln dann häufig die Milchnahrung oder die Mutter verzichtet auf alle blähenden Lebensmittel, wie Knoblauch oder Zwiebeln. Oft bringt dies aber bei Schreibabys keine Besserung. Manche Eltern vermuten auch eine Kuhmilchallergie hinter dem Schreien ihres Kindes. In der Regel äußert sich solch eine Allergie doch eher über die Haut. Wenn das Kind erst seit einiger Zeit schreit, kann auch eine Erkrankung dahinter stecken. So könnte das Baby eine Entzündung des Rachenraumes oder des Ohres haben – diese Kinder sind natürlich keine Schreibabys. Dies bereitet ihm natürlich Schmerzen. Daher sollte das viele Schreien immer erst mal durch einen Arzt abgeklärt werden, damit dieser solche Ursachen ausschließen kann.

Aktuelle Studien zeigen nun etwas anderes: Man geht nun davon aus, dass die Schreibabys vorübergehend eine Verzögerung der Reife haben und deshalb extrem und viel schreien und sich auch nicht beruhigen lassen. Die kleinen Babys sind gerade in den ersten Monaten vielen äußeren Reizen ausgesetzt, die nicht alle Kinder gleich gut verarbeiten können. Schreibabys neigen dazu, schnell in ein extatisches Schreien zu verfallen und können sich auch nicht selbst wieder beruhigen. Es ist wie eine Art Endlosschleife in die die Schreibabys geraten, die irgendwann durch die starke Erschöpfung unterbrochen wird.

Schreibabys beruhigen

Tragetuch Schreibabys   Neue Erkenntnisse und was Eltern tun können

Tragetuch für Schreibabys

Als Eltern probiert man alles um sein Baby zu beruhigen. Es tut sehr weh zu sehen, wie sich ein kleines Baby so verausgabt, dass es nass geschwitzt ist, die Stimme versagt und es eigentlich nicht mehr ansprechbar ist. Einen Trost hat man natürlich: Irgendwann sind diese Schreimonate dann vorbei und die Schreibabys hören auf zu schreien. Wenn man den neuen Studien glaubt, sind die fehlenden Reifeprozesse dann abgeschlossen und das Baby kann mit den Reizen, die es den ganzen Tag über sammelt besser umgehen. Sicherlich sind Schreibabys immer etwas empfindlicher als andere Babys und haben es schwerer einfach abzuschalten. In den meisten Fällen lassen sich die Kinder kaum beruhigen. Hier sollte man dann probieren, was man für das Kind tun kann. Vielleicht hilft es dem Kind ja, wenn es im Kinderwagen geschoben wird oder eine kleine runde im Auto fährt. Auch Babywippen oder Wiegen finden manche Babys sehr angenehm und können das Schreibaby beruhigen. Für manche Kinder hilf auch ein Pucksack (wir hatten einen Pucksack von Swaddle Me, den gibt es z.B. hier). Damit wickelt man das Baby sehr eng ein und gibt ihm ein Gefühl von Enge wie im Bauch der Mutter. Auch unsere Tochter hat damit sogar die ganze Nacht über geschlafen und wurde so viel ruhiger. Vor allem die ruckartigen Bewegungen der Hände wurden damit unterbunden und die Zeit der Schlafstunden am Stück hat sich um einiges verlängert. Schreibabys werden oft ruhiger durch die Begrenzung des Raumes um sie herum. Sie fühlen sich dadurch wie im Bauch der Mutter. Gerade Schreibabys brauchen die körperlich Nähe und mehr Zuwendung als andere Babys. Häufig werden Schreibabys gern getragen und haben vor allem eine wichtige Bezugsperson.

Ein Schreibaby benötigt mehr Zuneigung und eine engere Bindung zu den Bezugspersonen. Auch eine Trage (empfohlen werden zum Beispiel der Ergo Baby Carrier oder Manduca) hilft dem Baby, denn dadurch bekommt es viel Körperkontakt über den ganzen Tag, das kann das Schreibaby beruhigen. Ein Gefühl wie im Bauch entsteht. Viele Babys werden dadurch ruhiger und entspannen sich. Auch wenn ein Baby eine Trage oder ein Tuch (gibt es zum Beispiel hier von Didymos) anfänglich etwas merkwürdig findet, gewöhnen sich die meisten doch schnell daran und genießen den innigen Kontakt zu Mama oder Papa. Sehr beliebt sind mittlerweile neben Tüchern und Tragen auch die Moby Wrap Tücher. Diese sind sehr stretchig und leichter anzulegen wie ein Tuch. Die Moby Wrap Tücher kosten zudem auch etwas weniger. Bei Amazon gibt es sie zum Beispiel schon für etwas mehr als 40 Euro.

Neben mehr Körperkontakt und körperlicher Zuwendung sollte man darauf achten. dass die Babys in einen immer gleichen Tagesablauf einbezogen werden. Dies bedeutet auch immer etwas mehr Stress in der Umstrukturierung des Tages. Auf einiges muss man dann in der Tat erst einmal verzichten. Doch alle Mütter von Schreibabys wissen, dass man dann gern auf einiges verzichtet und den Tagesablauf umstrukturiert, nur damit es dem Baby und so auch den Eltern besser geht. Dazu zählen dann die immer gleich bleibende Uhrzeit des Aufstehens, der Mahlzeiten und der Schlafenszeiten. Dem Baby und den Eltern gibt es dadurch einen gewissen Punkt an Sicherheit und Rückhalt. Wenn die Mutter sicherer ist, spürt dies auch das Baby.

Schreibaby was tun?

Wenn man anhand der Dreier-Regel fest stellt, dass man ein Schreibaby hat, sollte man als erstes auf jeden Fall immer zum Arzt, damit dieser alle anderen Ursachen für das Schreien ausschließen kann. Wenn das Baby sehr viel schreit hat ein guter Kinderarzt immer Adresse von Schreiambulanzen für Schreibabys und bestimmte Pflegestellen oder Hebammen in der Umgebung. Wichtig ist dabei, dass man sich Hilfe holt, um das Schreibaby zu beruhigen! Viele Eltern werden durch das ständige Schreien ihres Säuglings schnell gestresst. Wenn das Schreien über Wochen oder sogar Monate geht, kommen Eltern schnell an ihre Grenzen. Hier ist es wichtig, sich professionelle Hilfe für Schreibabys zu holen und nicht zu versuchen, ganz allein damit fertig zu werden.

Oft hilft es auch schon, wenn man das Kind mal bei der Oma oder einer guten Freundin abgeben kann und ein paar Stunden für sich hat, um sich vom Stress zu erhohlen. Auf jeden Fall sollte man alles vermeiden, was das Kind sehr stresst. Ein Besuch auf dem Rummel oder einer großen Familienfeier sind für ein kleines Baby große Ereignisse, die gerade für empfindliche Kinder anstrengend sind. Die vielen Reize können die Kinder nicht gut verarbeiten. Das Resultat ist meistens noch mehr schreien. Auch wenn Freunde und Verwandte dies nicht unbedingt verstehen, muss man hier auch die Bedürfnisse des Kindes hören. Das Kind kommt an dieser Stelle eben zuerst.

Wo finde ich eine Schreiambulanz ?

Eine Liste von Schreiambulanzen für Schreibabys bietet zum Beispiel Eltern.de: Schreiambulanzen nach PLZ

Eine Karte mit vielen Hilfestellen für Schreibabys: http://www.babydreamers.de/federwiege/schreiambulanz/

Ein Netzwerk für Eltern von Schreibabys bietet zum Beispiel http://www.trostreich.de/ Dort finden Eltern andere Eltern und viele nützliche Tipps, sowie Adressen für Schreiambulanzen.

Mittlerweile sind auch in vielen großen Krankenhäusern Schreiambulanzen für Schreibabys eingerichtet. Ruft dafür doch einfach mal die Internetseite des Krankenhauses auf und schaut nach ob es so eine Einrichtung  gibt. Dort gibt es ausgebildetes Personal, die einem Hilfe anbieten und den Prozess unterstützen können. Dabei wird dann auch noch einmal genau geschaut, ob das Schreien der Schreibabys nicht andere Ursachen hat. Es gibt es auch viele Hebammen, die sich speziell mit dem Thema Schreikinder beschäftigen und Ansprechpartner für hilfesuchende Eltern sind. So etwas spricht sich im Netz auch sehr schnell rum und viele Hebammen haben auch Webseiten zum Thema Schreibabys.

Was können Eltern tun

Zuerst sollte ein Arzt aufgesucht werden, der das Kind gründlich untersucht. Dabei ist es von Vorteil, wenn man dem Arzt eine Übersicht über die Zeiten geben kann, an denen das Kind schreit. Ein Schreiprotokoll (hier gibt es eine Vorlage) ist immer dann sinnvoll, wenn man herausfinden möchte, woran es liegen kann, wenn das Kind viel schreit. Schreibabys benötigen besonders viel Nähe. Mit einem Tuch oder einer Trage kann man dem Kind viel körperliche Nähe zuwenden. Ein Schreibaby braucht viel Körperkontakt und viel Unterstützung. Strukturieren Sie den Tag in feste Abläufe und halten Sie sich streng daran, so können sich die Schreibabys an den Ablauf schneller gewöhnen. Sagen Sie sich immer, dass Sie an dem Schreien nicht Schuld sind. Die Schreibabys sind überreizt und wissen nicht, wie sie anders damit umgehen können. Suchen Sie sich jemanden, der Sie unterstützt und zum Beispiel die anderen Kinder von der Schule abholt oder Ihnen im Haushalt hilft. Als das kann Ihnen und dem Baby helfen, sich besser im Tagesablauf zurecht zu finden. Ein Beistellbett für das Elternbett kann auch hilfreich sein, denn manche Kinder wachen auch weinend auf. So ist die Mutter mit dem Kind immer sehr nah zusammen.

Wenn das Baby länger als die durchschnittlichen drei Monate schreit sollten Sie in jedem Fall eine Schreiambulanz aufsuchen!

Noch etwas in eigener Sache

Auch wir hatten ein Schreibaby. Deshalb interessiert mich das Thema Schreibabys auch sehr. Unsere Tochter ist jeden Abend nachdem sie eingeschlafen war genau nach 30 Minuten aufgewacht und hat angefangen zu schreien. Das ging dann meist 2-3 Stunden am Stück. Sie hat einfach geschrieen. Ich hielt sie in den Armen und habe sie getröstet. Bin mit ihr im Haus herum gelaufen, habe ihr gut zugeredet und ihr Liebe gegeben. Mein Mann konnte sie gar nicht nehmen, dann hat sie noch mehr geschrieen. Es war eine schreckliche Zeit, weil man sich sehr hilflos vorkam. Wenn ich heute daran denke würde ich mir sicherlich Hilfe holen. Wohl eher eine Hebamme, die ins Haus kommt. So kann man doch eher Vertrauen aufbauen. Unsere Tochter hat 5 Monate geschrieen und wir haben jeden Tag gehofft, dass es vorbei ist. Eines Abends hat sie nicht geschrieen und ab da an war es vorbei. Wir haben vieles probiert und unseren ganzen Tag durchgeplant. Der Pucksack und die Babytrage hat uns sehr geholfen. Es war trotzdem psychisch kaum auszuhalten und schwer zu ertragen, wie sich so ein kleines Baby beim Schreien völlig verausgabt. Wir können also sehr gut nachvollziehen, wie sich Eltern von Schreibabys fühlen. Gern können Eltern die schon Erfahrung oder Fragen haben, hier einen Kommentar hinterlassen.

3 Antworten auf Schreibabys – Neue Erkenntnisse und was Eltern tun können

Nina sagt: 14. August 2013 um 19:03

Unser Sohn hat auch sehr viel geschrien. In den ersten drei Monaten konnte er maximal 20min ohne Schreien wach sein – dann wurde gestillt in der Hoffnung dass er wieder einschläft oder eben geschrien…womit wir ihn immer ein wenig beruhigen konnten: Pucken (einfach mit einer Decke bzw. einem festen Tuch), Manduca tragen und viel wippen sowie dem Sitzen und schaukeln auf dem Pezzi Ball.

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Sabine sagt: 18. November 2013 um 16:02

Wer es nicht selbst erlebt hat, kann sich die Belastung nicht vorstellen, die ein so genanntes Schreibaby mit sich bringt. Auch wenn sämtliche Ärzte ständig betonen, dass sich das nach spätestens 3 Monaten gibt – diese Zeit muss erst einmal geschafft werden. Hier helfen nur Gelassenheit und ein gutes Familiennetzwerk. Uns haben die zwei Omas in dieser Zeit enorm geholfen, die uns immer wieder entlastet haben, indem sie mehrmals pro Woche mit unserem kleinen Sonnenschein spazieren gegangen sind oder ihn für ein paar Stunden abwechselnd zu sich genommen haben. Ich kann nur jedem, den es gerade betrifft viel Kraft und Geduld wünschen!

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angelina sagt: 2. März 2016 um 14:17

hallo meine tochter jetzt fast acht Wochen alt hat vorher ab und zu abend vor dem schlafen gehen geschrien da konnte man sie noch im bett beruhigen und seit zwei oder drei tagen ist es extrem doll sie wird dabei auch richtig steif. manchmal fühle ich mich überfordert aber denke daran das es meiner tochter gut gehen muss und sie viele liebe und zuneigung bekommt. meine hebamme ist mir auch behilflich und meine familie.

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